Mein Name ist Woody,

Ich bin ein Airstreamer Overlander, geboren im Jahre 1964 in den USA. Nach meiner Geburt wurde ich sofort von einem älteren Ehepaar gekauft und als ein damals gebrauchsüblicher Wohnwagen eingesetzt. Wegen plötzlicher Erkrankung eines Ehepartners verkaufte man mich schweren Herzens an einen Mr. Smith aus Florida weiter.


1969 war mein wohl bis dato größter Tag. Ich stand während des Woodstock-Festivals im Backestage-Bereich. So sollen sich bei mir u. a. die Musiker Joan Baez, Jimi Hendrix, Ravi Shankar und Janis Joplin auf ihre Auftritte vorbereitet haben. Das Woodstock Music and Art Festival war ein Musikereignis, das als musikalischer Höhepunkt der US-amerikanischen Hippiebewegung gilt – das wohl sicher berühmteste und aufgrund der dort auftretenden Musikern legendärste Musikfestival aller Zeiten. Es fand offiziell vom 15. bis 17. August 1969 statt, endete jedoch erst am Morgen des 18. August. Veranstaltungsort war das riesige Gelände der Farm von Max Yashgur bei der Ortschaft Bethel, im US-amerikanischen Bundesstaat New York gelegen.


Beim Festival traten 32 weltbekannte Bands und Solisten der Musikrichtungen Folk, Rock, Soul, und Blues auf. Auf dem Festivalgelände herrschten chaotische Zustände, da die erwarteten Besucherzahlen um ein Vielfaches (ca. 400.000 Menschen) übertroffen wurden und auch wegen eines plötzlich einsetzenden Regens, der zu Schlammbildung auf den Zufahrtswegen und mitten im Festivalgelände sorgte. (Ein finanzielles Desaster für die Organisatoren war das Ereignis zudem, weil die Leute irgendwann über die Zäune stiegen, so daß man das Festival, während es schon lief, notgedrungen als ein „free concert“ deklarieren mußte, als ein kostenloses Spektakel demnach.) 


Wegen der unerwartet hohen Besucherzahl war es schon bald nicht mehr möglich, seitens des Veranstalters einen reibungslosen logistischen Versorgungsablauf zu gewährleisten. Zusätzlich mussten Verpflegung und medizinische Betreuung für die Besucher sowie für die Musiker selbst wegen der verstopften Zugangswege mit Hubschraubern der Armee und der Polizei eingeflogen werden. 


Trotzdem blieb die Stimmung bei den hunderttausenden Besuchern friedlich – es gab keine Schlägereien, ein Kind wurde sogar während des Festivals auf dem Gelände geboren, und ein Toter war erst nach Ende des Festivals zu beklagen, inmitten des zurückgelassenen Mülls schlafend von einem Räumtraktor überfahren. Das Woodstock-Festival verkörpert bis heute den Mythos eines „anderen, besseren Amerikas“, der künstlerischen und friedliebenden USA, zu einer Zeit, da das Land sich im umstrittenen Vietnamkrieg befand. Der nachfolgende wunderschöne, von den weltweiten Fans millionenfach besuchte vierstündige Film von Regisseur Michael Wadleigh (Kameramann war übrigens der blutjunge Martin Scorsese) über Woodstock sowie die beiden kurz darauf veröffentlichten LPs (ein Dreier- und ein Doppelalbum) entschädigten später die Veranstalter doch noch einigermaßen für ihre vorherige Pleite.


Bis ich 2012 bei Mobile-Diner landete, ging ich noch durch verschiedene Besitzerhände und wurde dabei in den gesamten USA eingesetzt. Zuletzt stand ich jahrelang ungenutzt auf einem Grundstück in Florida. Mit viel Fachwissen, Handwerkskunst und Liebe wurde ich in denjenigen Zustand versetzt, den Sie heute in der Bildergalerie bewundern können. 


Ach so! Sie fragen sich wohl, warum ich Woody heiße? 
Dann überlegen Sie mal! 
Wir sehen uns.
Euer Woody

 

Mein Umbau :-)